Erfahrungsbericht – LAOWA 15 mm f/4 Macro 1:1 Shift

DOZENT + TRAINER, FACHBUCHATOR FOTOGUIDE

 

Ultraweitwinkel mit Suchtfaktor!

 

In meinem aktuellen Buch zur Panasonic G81 habe ich das Laowa 15 mm/ f4 Macro in Verbindung mit dem MFT/NIK-Adapter von Novoflex getestet. Auch wenn ich aufgrund des MFT-Cropfaktors (2-fach) nicht in den vollen Genuss des enormen Bildwinkels kam, hat mich die Leistung dieses außergewöhnlichen Objektivs sehr beeindruckt!

 

Wer, so wie ich, das „entschleunigte“ und bewusste Fotografieren bevorzugt, wird seine Freude an diesem optischen Leckerbissen haben: Sowohl die Blende als auch der Fokus werden klassisch von Hand eingestellt. Aufgrund des sehr großen Schärfenbereichs ist das in der Anfangsphase noch etwas gewöhnungsbedürftig. Mit einem farbigen Fokus-Peak (Display auf Schwarzweiß umschalten, falls möglich), oder einer manuellen Fokus-Lupe geht die Scharfstellung jedoch „fix von der Hand“. Im Zweifel habe ich etwas stärker abgeblendet, um den Schärfebereich zu vergrößern und außerdem mögliche Randabbildungsfehler zu kompensieren. Die solide Ganzmetallfassung sorgt für das richtige „Fokussier-Feeling“. Die Kamera werkelt vorzugsweise in der Zeitautomatik und Belichtungsabweichungen - die Mehrfeldmessung war mit dem extremen Bildwinkel gelegentlich überfordert – habe ich im „Radumdrehen“ mit dem Belichtungskorrekturrad behoben.

 

Aufgrund der kurzen Nahgrenze konnte ich sehr dicht an das Motiv herangehen, aber dennoch das Umfeld in das Foto einbeziehen. Die Dimensionen vom Vordergrund und dem Hintergrund stehen in einem besonderen Kontrast zueinander und in Kombination mit einer ungewöhnlichen Perspektive lassen sich so äußerst reizvolle und spannende Aufnahmen erzielen! Ein praktisches Detail ist die integrierte Tilt-Shift-Funktion die vor allem bei Architektur-Fotos ihre Stärken zeigt, aber auch in der Landschaftsfotografie eingesetzt werden kann.

 

Aufnahmetipps:

Um, je nach Lichtverhältnissen und Winkel des auftreffenden Lichts, Abschattungen zu vermindern, empfehle ich einen kleinen Faltreflektor (Silber/Weiß) in die Kameratasche zu packen und ggf. in Objektnähe zu platzieren.

 

Sie sollten vor allem die sehr reizvolle Bodenperspektive voll ausnutzen. Verwenden Sie vorzugsweise eine Kamera mit Klappdisplay und legen Sie einen Bohnensack unter das Gehäuse, oder verwenden Sie ein Ministativ. Ein Stückchen ISO-Matte oder ein fester „Müllsack“ schützt Knie und Beine und der Selbst- oder Fernauslöser verhindert Verwackelungen. Denken Sie daran, den Stabilizer in der Kamera abzuschalten.

 

Natürlich können Sie auch mit einem Ring- oder Makroblitz arbeiten. Und selbst ein funkgesteuertes TTL-Blitzgerät kann, in entsprechender Entfernung aufgestellt, insbesondere bei sehr kontrastarmen und flachen Objekten für den nötigen Lichtakzent sorgen! Tipp: In meinem aktuellen „(das) Blitzbuch“, erschienen im Franzis-Verlag, zeige ich Ihnen, wie Sie spannende Bilder mit nur einem Blitzgerät zaubern.

 

Immer das richtige Licht zur richtigen Zeit am richtigen Ort wünscht Ihnen

 

Michael Nagel

 

Fotos copyright by MICHAEL NAGEL 

 

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